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Letzte Änderung: 25.11.2021 um 19:02 Uhr

Schnelltests ist nicht gleich Schnelltest. Die Antigenschnelltests zu SARS-CoV-2 weisen erhebliche Qualitätsunterschiede auf. Ob der Nachweis einer Infektion gelingt, hängt zudem stark vom Stadium der Erkrankung und der Viruslast ab. Es lohnt sich also, bei einem Schnelltest darauf zu achten, welcher Test genutzt wird. Cochrane-Metaanalytiker attestieren dem Test von Coris Bioconcept nur eine Sensitivität von 34,1 % (29,7 % bis 38,8 %). Am besten schnitt mit einer Sensitivität von 88,1 % (84,2 % bis 91,1 %) der SD Biosensor STANDARD Q (Roche) ab. (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/122417/Antigenschnelltests-Grosse-Qualitaetsunterschiede-genaueste-Ergebnisse-in-1-Krankheitswoche)

Schnelltests übersehen bis zu jeden zweiten Infizierten ohne Symptome: Antigen-Schnelltests erkennen mehr SARS-CoV-2-Infizierte korrekt, wenn sie bei Personen mit Symptomen vorgenommen werden (72 Prozent der Infizierten korrekt erkannt) als bei Personen ohne Symptome (58 Prozent). Zu diesem Schluss kommt ein aktualisierter Cochrane-Review auf Basis von 64 Studien. Danach sinkt bei einer niedrigen Vortestwahrscheinlichkeit die Aussagekraft der Schnelltests dramatisch. Auch vom Vorhandensein von Symptomen abhängt die Aussagekraft der Schnelltests danach stark ab. Beträgt die Prävalenz fünf Prozent, liegt der positive Vorhersagewert (PPV) der empfindlichsten Tests für symptomatische Personen bei 84 bis 90 Prozent. Das bedeutet: Jedes zehnte bis sechste positive Testergebnis ist falsch-positiv und jeder achte bis vierte tatsächlich Infizierte wird übersehen. Werden dieselben empfindlichen Tests bei einer Prävalenz von nur noch 0,5 Prozent und bei asymptomatischen Patienten verwendet, liegt der PPV bei elf bis 28 Prozent. Das bedeutet: 70 bis 90 Prozent der positiven Testergebnisse sind falsch-positiv und jeder zweite bis dritte eigentlich Infizierte wird übersehen (Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, Issue 3. Art. No.: CD013705, https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD013705.pub2/full?cookiesEnabled) (https://www.springermedizin.de/covid-19/infektionserkrankungen-in-der-hausarztpraxis/neue-coronastudien/18126192)



Die im folgenden beschriebenen Antigentests sind für die Durchführung durch durch medizinisches Fachpersonal, nicht für die Selbtsstestung von Laien gedacht. Zugelassene Selbtstests für Laien sind unter dem Artikel Tests-> Selbsttests für Laien beschrieben.


Es gibt eine Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte über in EU zugelassene Antigentests. Diese Liste sagt aber nichts dazu aus, wie gut/ schlecht ein auf der Liste befindlicher Test ist, die Produkte werden bislang nicht unabhängig geprüft bevor sie auf dieser Liste erscheinen, sondern es werden grds. die Herstellerangaben übernommen. Wenn eine Evaluierung durch das Paul Ehrlich Institut erfolgte, ist dies in der Liste ersichtlich, diese Angabe kann als "Qualitätsmerkmal" angesehen werden.

https://antigentest.bfarm.de/ords/f?p=101:100:17244564277427:::::&tz=1:00


Die Antigentests erkennen nur eine höhere Virusmenge als es ein PCR- Test tun kann. Mittels Abstrich aus Nasopharynx/ Spucketest und Antigen- Schnelltests lässt sich binnen 15 min erkennen, ob jemand gerade aktuell eine hohe Viruslast hat oder nicht und damit ob diese Person ganz aktuell stark ansteckend ist oder nicht.

Die Abstriche aus der Nasopharynx sind ein bisschen unangenehm, gleichzeitig ist wenn nicht "richtig" abgestrichen wird die gesamte Aussagekraft des Testergebnisses geringer.

Es gibt Laienselbsttests, bei denen man mit dem Abstrichtupfer einen Abstrich nur aus der vorderen Nase machen muss. Auch hier besteht die Gefahr, das zufällig kein Virusantigen durch den Tupfer aufgenommen wird und eine Person falsch negativ getestet wird. Es wird sich wohl eher eine möglichst einfache und fehlerunanfällige Testung mittels "Spucketest" durchsetzen.


Durchführungen von Antigen- Schnelltests können die mit PCR- Testungen ausgelasteten Labore entlasten. Die Schnelltests eignen sich aber nicht für die Testung symptomatischer erkrankter Personen. Bei positivem Schnelltest sollte noch ein PCR- Test erfolgen.


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