Behandlung allg./ treatment » Antikörper/ antibodies

Letzte Änderung: 24.06.2022 um 09:37 Uhr


"Monoklonale Antikörper gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 sind Proteine (Eiweiße) des Immunsystems, nämlich Immunglobuline, die entwickelt wurden, um spezifisch an definierte Oberflächenstrukturen des Coronavirus SARS-CoV-2 zu binden. Diese Antikörper sind gegen das Oberflächen-Spikeprotein von SARS-CoV-2 gerichtet.

Im Gegensatz zu Hyper-Immunglobulinen, Rekonvaleszentenplasma und Sera umfassen monoklonale Antikörper identische Immunglobulin-Moleküle mit einer einzigen Aminosäuresequenz und einer einzigen Erkennungsdomäne für eine spezifische Struktur (Epitop) eines einzigen spezifischen Zielmoleküls, das Antigen genannt wird. Monoklonale Antikörper-Arzneimittel können auch Kombinationen von einigen wenigen und genau spezifizierten monoklonalen Antikörpern enthalten, was dann in der Arzneimittelzusammensetzung angegeben ist."

https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html;jsessionid=CD51ADEB40336A1F716DEF3D30D2D455.intranet212?nn=169730&cms_pos=4


Monoklonale Antikörper können schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten verhindern, insbesondere wenn die Präparate rechtzeitig genug (erste 5 Tage) im Krankheitsverlauf gegeben werden. Hierin liegt das Problem: man kann zeitlich nicht erst eine Genomsequenzierung des Virus durchführen um zu klären ob eine Mutation vorliegt und welcher Antikörper zur Behandlung sicher "passt", sondern muss oft "hoffen". Auch werden die ambulanten Antikörperinfusionen insbesondere durch Hausarztpraxen oft nicht rechtzeitig genug in der Frühphase einer Infektion eingesetzt. Monoklonale Antikörper können aber auch als Prophylaxe gegeben werden. Insbesondere als Präexpositionsprophylaxe für immunsupprimierte Impf- Non- Responder.

Problematisch ist, dass Ronapreve zwar seit Beginn 2021 in D verfügbar war, eine Zulassung und offizielle Nutzbarkeit als Prophylaxe aber bis Mitte November 2021 dauerte. Im Dezember kam dann die Omicron- BA.1 Variante und Ronapreve wirkte nicht mehr.

Sotrovimab wirkte gegen Omicron BA.1, war in D aber erst seit Februar 2022 verfügbar, als schon wieder absehbar war, dass Omicron BA.2 vorherrschend werden würde (gegen das Sotrovimab nicht mehr ausreichend wirkt).

Gegen Omicron BA.2 wirkt Sotrovimab nicht ausreichend, Ronapreve wirkt von den in D verfügbaren mAK zur Behandlung in sehr sehr hoher Dosierung noch etwas gegen BA.2. Gegen BA.2 wirkt offenbar nur Bebtelovimab gut; dieses ist in den USA schon verfügbar - es bleibt zu hoffen dass dieser monoklonale Antikörper diesmal in Deutschland für Risikopatienten verfügbar sein wird (zur Behandlung und als Prophylaxe) bevor er ebenfalls schon "überholt" ist und gegen dann eventuell zirkulierende neue Virusvarianten nicht mehr wirken wird. Aktuell hinkt D also leider immer noch etwas der Entwicklung hinterher.

Welche mAK gegen die neu aufgetretenen Varianten BA.4 und BA.5 gut wirken werden steht noch nicht fest. 

In D gibt es daneben noch die mAK Evusheld, die immerhin gegen BA.2 wieder besser wirken als gegen BA.1, diese dürfen aber nur als Präexpositionsprophylaxe eingesetzt werden.





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